Die Geschichte des Containers

Am 31. Mai 1968 lief das erste Vollcontainerschiff, die „American Lancer“ in den Hamburger Hafen ein und wurde am Burchardkai abgefertigt. Dies war der Startschuss in ein neues Zeitalter des Gütertransports und hat den Hamburger Hafen nachhaltig geprägt. Doch woher kommt der Schiffscontainer eigentlich? Wie hat sich der Gütertransport seither entwickelt und wie sieht der Hafen der Zukunft aus?

Vom Land auf’s Wasser

Bereits im 18. Jahrhundert wurden in England hölzerne Umverpackungskisten als Hilfsmittel bei Eisenbahn- und Pferdetransport verwendet. Später, im 19. Jahrhundert, kamen vielerorts frühe Containerformen auf, die für den Eisenbahnverkehr genutzt wurden. Etwa 100 Jahre darauf etablierte sich die Laadkist RTM 903 als Eisenbahncontainer, woraufhin das Railway Clearing House in Großbritannien in den 1920er Jahre eine erste Norm für Bahncontainer einführte. Die Vorläufer des heutigen Containers wurden also ausschließlich im Bahnverkehr genutzt, was sich 1956 ändern sollte.

Vom Problem zur Idee:

Malcom McLean (1913 – 2001) gilt als der Erfinder des Schiffscontainers. Im Alter von 21 Jahren kaufte er gemeinsam mit seinen Geschwistern Jim und Cara einen gebrauchten LKW, um eine Spedition zu gründen. Während seiner Arbeit als Fahrer störten ihn die langen Wartezeiten bei der Verladung der Güter. Das brachte McLean auf die Idee, diesen Vorgang zu optimieren. Statt einzelne Kisten oder Säcke zu transportieren, wollte er eine große Kiste entwerfen, die mehrere Güter enthält. Auf diese Weise müsste erst am Ziel ausgepackt werden – was Zeit und Mühe spart.

Die Umsetzung einer Vision

McLean tüftelte an seiner Idee und entwarf schließlich einen Container, der sowohl im Schiffs- als auch im Bahnverkehr und beim Transport mit LKW eingesetzt werden konnte. Aufgrund von fehlenden Investoren dauerte es allerdings noch 20 Jahre, bis McLean seine Anteile an dem mittlerweile 1.800 Fahrzeuge starken Speditionsunternehmen verkaufte. Von dem Erlös kaufte er die kleine Reederei „Pan-Atlantic Steamship Company“ sowie zwei gebrauchte Tanker der Marine. Trotz starker Kritik und Skepsis seitens Gewerkschaften und konkurrierender Unternehmen, ließ er die Tanker zu Containerschiffen umbauen.

Das erste Containerschiff

Am 26.04.1956 fuhr sein erstes Containerschiff, die „Ideal X“, mit etwa 60 Containern vom Hafen Newark in New Jersey nach Houston, Texas. Nach und nach wuchs sein Unternehmen und die Container fanden immer mehr Anklang. Im Laufe der Zeit erkannten die Transporteure das große Potenzial und auch die größten Kritiker sahen ein, dass Container die Zukunft der Transportbranche sind. 1957 wurden schließlich erste Liniendienste mit Containerschiffen eingeführt. Die Erfolgsgeschichte der Container nahm ihren Lauf.

Das erste Containerschiff in Hamburg

Die Zukunft des Containerumschlages

Inzwischen werden jährlich zwischen Acht- und Neunmillionen Container in Hamburg umgeschlagen, immer mehr Großcontainerschiffe haben den Hafen als Ziel. Einen Eindruck von zukünftigen Megafrachtern gab Anfang 2018 etwa die 400 Meter lange, chinesische „Cosco Shipping Aries“, mit einer Ladekapazität von 20.000 Standardcontainern. Maße, die durch die „CMA CGM Antoine de Saint Exupéry“ sogar noch übertroffen wurden: 400 Meter Länge, 59 Meter Breite, mit Platz für rund 20.700 Container.
Die Hamburg Port Authority (HPA) sorgt dafür, dass Hamburg auf diese Klasse der Ultra Large Container Vessels gut vorbereitet ist. Der Schlüssel liegt hier unter anderem in unserer smartPORT-Philosophie. Es geht darum, die digitalen Möglichkeiten im Sinne des nachhaltigen wirtschaftlichen Wachstums zu fördern. Gleichzeitig soll der bestmögliche Nutzen für die Kunden und die Menschen in Hamburg ermöglicht werden, unter Minimierung der Umwelteinflüsse. Im Hamburger Hafen gewährleisten wir mit modernsten Digitallösungen einen reibungslosen und effizienten Betrieb, um die Logistikkette zu optimieren und so das Größenwachstum der Containerschiffe auszubalancieren. Die von der HPA eingesetzten Steuerungssysteme sind weltweit führend, das Zusammenspiel von Sensortechnik, Analyse-, Prognose- und Informationssystemen sorgt für enorme Effizienzsteigerungen. Das ist nicht nur gut fürs Geschäft, es schont auch die Umwelt.
Schon heute haben wir Lösungen im Einsatz, die auch für die Zukunft des Containerumschlags eine Rolle spielen. Hier eine Auswahl:

smartPORT logistics
… ist das von der HPA entwickelte Konzept, um die wachsenden Verkehrs- und Warenströme im Hafen künftig noch effizienter zu koordinieren – auf Wasser, Schienen und Straßen. Dank optimaler Datenerfassung und schnellem Informationsaustausch kann ein reibungsloser und effizienter Verkehr der Warenströme im Hamburger Hafen garantiert werden.

Virtuelles Depot
… bedeutet weniger LKW-Fahrten mit leeren Containern und zugleich eine Entlastung der Umwelt. Über das cloudbasierte System erkennen Teilnehmende, welche leeren Container zurück zum Depot geliefert werden sollen. Diese fordert der Packbetrieb dann direkt an. Das Ergebnis: Die unnütze Leerfahrt zum Depot entfällt.

Port Monitor
… ist ein innovatives Leitstandsystem zur Überwachung des Hamburger Hafengebiets. Elektronische Karten, Schiffspositionen, Pegeldaten, Liegeplätze, aktuelle Baustellen, geplante Tauchgänge oder Brückenhöhen und -breiten werden zentral gesammelt. Wichtige Informationen sind so für alle Beteiligten an Land und auf dem Wasser jederzeit abrufbar.

Giganetz 5G
… ist die Zukunft der mobilen Kommunikation. Der neue Mobilfunkstandard wird aktuell im Hamburger Hafen mit Hilfe der HPA getestet. Der Fokus liegt auf logistischen Anwendungen aus der Verkehrs- und Infrastruktursteuerung. Ziel ist es, vielfältige Anwendungen über 5G laufen zu lassen, die völlig unterschiedliche Anforderungen in Bezug auf Geschwindigkeit, Reaktionszeit, Sicherheit und Kapazität haben.

Noch mehr Infos zum Thema Containerhafen:

50 Jahre Container im Hamburger Hafen

Leercontainerlogistik im Hamburger Hafen

Die Kunst des Packens von Paletten und Containern

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